KOYO
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Das zweireihige Pendelkugellager 1207 KC3 (35x72x17 mm) gleicht Winkelfehler aus und eignet sich dank konischer Bohrung für feste Hülsenbefestigungen.
Das Pendelkugellager 1207 KC3 von JTEKT-KOYO ist ein zweireihiges Wälzlager mit gemeinsamer hohlkugeliger Laufbahn im Außenring. Diese Bauform ermöglicht es den beiden Kugelreihen, Fluchtungsfehler sowie Wellendurchbiegungen während des Betriebs selbsttätig auszugleichen. Gefertigt aus Standard-Wälzlagerstahl 100Cr6 und ausgestattet mit einem leichten Stahlblechkäfig, deckt das offene Lager einen Temperaturbereich von -20 bis +120 Grad Celsius ab. Konstruktionen mit längeren Wellenabständen nutzen diese winkelbewegliche Bauart zur Reduzierung von Kantenbelastungen.
Das Pendelkugellager 1207 KC3 kommt bei Wellenführungen zum Einsatz, an denen elastische Verformungen oder fertigungsbedingte Ausrichtfehler auftreten. Seine hohlkugelige Außenringlaufbahn nimmt Schiefstellungen zwischen Welle und Gehäuse direkt auf und hält zusätzliche Reibung gering. Konstrukteure nutzen diesen Ausgleich insbesondere bei durchbiegungsgefährdeten Wellensträngen. Da keine Dichtungen integriert sind, gelangt das gewählte Schmiermittel ungehindert an Wälzkörper und Laufbahnen, während umgebende Gehäusedichtungen das Eindringen von Schmutzpartikeln abwehren.
Das Nachsetzzeichen K verweist auf eine konische Bohrung mit dem Kegelverhältnis 1:12. Diese Ausführung montieren Sie entweder direkt auf einen kegeligen Wellenzapfen oder mithilfe einer passenden Spannhülse auf einer zylindrischen Welle. Das Kürzel C3 signalisiert eine leicht erhöhte Radiallagerluft im Anlieferungszustand. Beim axialen Aufschieben des Innenrings auf den Kegelsitz weitet sich der Innenring, wodurch sich das radiale Spiel verringert. Die C3-Luft dient dazu, dass nach der Montage genügend Betriebsspiel für einen leichten Lauf verbleibt.
Dieses Modell verfügt über eine 35 mm Bohrung, einen Außendurchmesser von 72 mm sowie eine Breite von 17 mm. Die Fertigungsgenauigkeit entspricht der Toleranzklasse P0 beziehungsweise ABEC 1. Beachten Sie bei der Wellenplanung, dass die Bohrung im Kegelverhältnis 1:12 verläuft und für entsprechende konische Lagersitze bestimmt ist.
Der Kennbuchstabe K kennzeichnet eine kegelige Innenbohrung mit einer Verjüngung von 1:12. Im Gegensatz zu zylindrischen Bohrungen wird dieses Lager meist mit einer Spannhülse auf zylindrischen Wellen oder direkt auf konischen Wellensitzen befestigt. Das axiale Aufschieben spannt den Innenring kraftschlüssig und fest auf den Sitz.
C3 bezeichnet eine über der Normalluft liegende Radiallagerluft. Bei Lagern mit konischer Bohrung verringert sich das Lagerspiel beim Aufpressen auf den Kegelsitz oder eine Spannhülse. Die vergrößerte Ausgangslagerluft gleicht diese Durchmessereinengung aus und trägt dazu bei, dass das Lager nach dem Einbau frei und ohne Klemmen abrollt.
Der zulässige Temperaturbereich liegt zwischen -20 und +120 Grad Celsius. Sowohl der verwendete Standard-Wälzlagerstahl 100Cr6 als auch der Käfig aus Stahlblech eignen sich für diese thermischen Bedingungen. Achten Sie darauf, ein Schmiermittel zu verwenden, dessen thermische Spezifikation die tatsächlichen Betriebstemperaturen der Anlage vollständig abdeckt.
Offene Wälzlager verursachen kein Reibungsmoment durch schleifende Dichtlippen, wodurch die Wärmeentwicklung im Betrieb gering bleibt. Zudem lässt sich das Schmiermittel flexibel an die Anforderungen der Anwendung anpassen. Konstruktiv erfordert diese Bauform jedoch eine geschützte Einbauumgebung oder separate Gehäusedichtungen, um Schmutzeintrag sowie Schmierstoffverlust zu verhindern.
Die innere Laufbahn des Außenrings bildet eine zusammenhängende Hohlkugelfläche. Die beiden Kugelreihen laufen in getrennten Rillen des Innenrings und können mitsamt Innenring im Außenring pendeln. Durch diese Winkelbeweglichkeit passt sich das Lager Wellendurchbiegungen an, ohne unzulässige Zusatzspannungen an den Wälzkörpern hervorzurufen.