Fragen zur Lagertechnik? Hier finden Sie kurz und knapp unsere Antwort auf häufige Fragen rund ums Kugellager.
Verbindliche Angaben finden Sie in Hersteller-Webseiten, Lagerkatalogen und Normen.
Was bedeutet erhöhte Lagerluft (Nachsetzbuchstabe C3)?
Lagerluft ist der Weg, um den sich der Innenring gegenüber Außenring
von einer Grenzstellung zur gegenüberliegenden verschieben lässt,
entweder radial oder axial.
Gängige Standardlager gibt es in
- normaler radialer Lagerluft. Der offizielle Kennbuchstabe lautet "CN", freilich wird er meist nicht im Nachsatz der Lagerbezeichnung angeschrieben. Ein 6205 Rillenkugellager hat so die normale Lagerluft CN.
- in "C3", der "Luftgruppe" für etwas erhöhte radiale Lagerluft.
"C4" bezeichnet noch stärker erhöhte radiale Lagerluft. So gefertigte Lager liefern wir auf Anfrage im Wege der Sonderbeschaffung.
"C2" steht für verminderte Lagerluft. So gefertigte Lager liefern wir auf Anfrage im Wege der Sonderbeschaffung.
Lagerluft-Tabellen finden Sie in den Wälzlagerkatalogen der diversen Hersteller.
Lager mit höherer Präzision (Kennbuchstaben P5, P6 usw.) weisen auch bei der Eigenschaft "radiale Lagerluft" geringere Toleranzen auf. Entsprechende Tabellen finden Sie ebenfalls im INA-Katalog.
2RS, 2RS1, 2RSH - wie unterscheiden sich diese Dichtungen?
Lager mit dem Nachsatz 2RS sind beidseitig mit Plastik gedichtet. Der zusätzliche Kennbuchstabe hinter dem 2RS, also 1, 2, H, R usw. ist hersteller-spezifisch.
2RS2 und 2RSH-Lager haben allerdings eine verbesserte Zwei-Lippen-Dichtung.
Wo finde ich Maße, technische Angaben?
Aus den Hersteller-Lagerkatalogen können Sie alle technischen Angaben, Zeichnungen und Maße entnehmen. Einige grundlegende Angaben finden Sie direkt auf ekugellager.de
Weblinks listen wir auf der Hersteller-Informationsseite.
Nutzen Sie auch unseren Technischen Support
Welche Lager-Dichtung ist besser - 2RS-Kunststoff-Dichtung oder 2Z-Deckscheibe?
offenes Lager / mit 2Z-Deckscheibe / mit 2RS-Kunststoffdichtung
Welche Dichtung geeignet ist, kommt auf Ihre Anwendung an.
Über die maximal zulässigen Drehzahlen und weitere Details informiert Sie der Katalog auf der Hersteller-Webseite.
Welche Lager verwende ich bei hohen Betriebstemperaturen?
Standardlager können nur bis zu einer maximalen Betriebstemperatur dauerhaft betrieben werden. In der Regel ist 120 °C die maximale Betriebstemperatur, mit kurzzeitigen Spitzen bis 150 °C.
Neben dem Werkstoff für Innen-, Außenringe und Wälzkörper berücksichtigen Sie bitte bei Lagerkäfig und eventuellen Dichtungen ggf. das Temperatur-Limit. Auch der zulässige Temperaturbereich vom geplanten Schmierstoff muß beachtet werden.
Für Hochtemperatur-Anwendungen gibt es spezielle Lager. Diese sind mit hersteller-spezifischen Nachsetzbuchstaben gekennzeichnet. Hier eine kurze Übersicht:
Ofenwagenlager
SKF: VA201 - für die gebräuchlichen Lagerungen –40 bis +250 °C, Stahlblechkäfig, mit Polyalkylenglykol-Graphit-Gemisch befüllt. Sehr stark erhöhte Lagerluft.
SKF: VA208 - für hohe Ansprüche von –150 bis +350 °C, Graphit-Segmentkäfig, der durch Graphitstaub für Trockenschmierung sorgt. Sehr stark erhöhte Lagerluft.
Lager, ab Werk mit einem Hoch- oder Tieftemperaturfett
Nachsätze richtig lesen: die werksseitige Befettung ist für bestimmten Temperaturbereich optimiert. In diesem Bereich kann das Fett seine volle Schmierleistung bringen.
SKF: GJN - Fett für -30 bis +150 °C
SKF: LHT - Fett für -40 bis +140 °C
und weitere Fette für mittlere und tiefe Bereiche. Nutzen Sie auch die Übersichten mit der SKF-Fettampel im SKF-Katalog.
Dauerhaft erhöhte Temperaturen schränken die Lagerlebensdauer ein. Ggf. ist dies akzeptabel, etwa wenn die Anlage selten in Betrieb genommen wird. Eine individuelle Lagerlebensdauer-Berechnung in Zusammenarbeit mit dem Hersteller ist ratsam.